Abriss am Rosenmontag – Düsseldorf duldet keine Pause

von Dirk Jürgensen ...

Abriss von Auto Becker

Während der Rosenmontagszug noch farbenfroh durch Düsseldorf zieht, arbeiten auf dem ehemaligen Auto-Becker-Gelände die Abrissbagger und sichern den Ruf der Stadt, die Baustellenhauptstadt des Landes Nordrhein-Westfalen zu sein. Der Karneval und besonders der Rosenmontag als wohl höchster Feiertag des Landes, scheint selbst in einer Karnevalshochburg nichts mehr wert zu sein, wenn es um einen Abriss geht. Eine Pause wird nicht geduldet. Glücklicherweise kommen die Arbeiter aus karnevalsfernen Gegenden, aber hätte man sie nicht einfach mal einladen können? (In den Schaufenstern des noch stehenden Gebäudes spiegeln sich die gegenüberliegenden Häuser.) – Foto: © Dirk Jürgensen – Düsseldorf




Vor einem Jahr nahm Düsseldorf Abschied vom Tausendfüßler

Tausendfüßler

Foto: ©Dirk Jürgensen – Düsseldorf

von Dirk Jürgensen ...

Februar 2014. Vor ziemlich genau einem Jahr nahmen wir Düsseldorfer in schlimmstem Schmuddelwetter Abschied von unserem Tausendfüßler, den Ahnungslose einfach nur als Hochstraße bezeichnet hätten, wenn sie ihn nie erleben durfen. Er war Teil des stets so empfundenen Ensembles mit dem Schauspielhaus und dem Dreischeibenhochhaus, einem Sinnbild der modernen, aufstrebenden, hellen Stadt Düsseldorf.

Tausendfüßler

Foto: ©Dirk Jürgensen – Düsseldorf

Einige Jahre hatte es gedauert, bis die Oberen der Stadt einem Teil der Bürger glaubhaft machen konnten, dass es sich bei diesem Baudenkmal um einen Schandfleck handeln sollte. Immer wieder wurde behauptet, die vergleichslos grazile Hochstraße sei ein Hindernis für den freien Blick, dabei sah man aus zahlreichen Perspektiven kaum. Eine dieser vorgeblichen Sichtbehinderungen betraf auch das Schauspielhaus. Dabei plante man gleichzeitig, natürlich von der Mehrzahl der Bürger unbemerkt, ein paar Gebäude, vor diesen – ähnlich, wie es der Tausendfüßler war – geschwungenen Baukunstwerk. Eine „notwendige Umfassung des Gründgensplatzes“ nannte man das und drohte dabei ungesagt das Schauspielhaus in einem öden Hinterhof verschwinden zu lassen. Was kümmern Sichtachsen, wenn man als Immobilienmakler wieder ein paar umbaute Kubikmeter zum Vermitteln erhält?

Elbers

Foto: ©Dirk Jürgensen – Düsseldorf

Ein Jahr ist es her und Düsseldorf geht, geleitet vom kurzfristigen Denken des Immobilienmarktes, unvermindert weiter in die Beliebigkeit ach so vieler Städte. Da hilft es auch nicht, dass der Architekt des Luxuskaufhauses am sogenannten Köbogen Daniel Libeskind heißt, jenes Neubaus, der erstaunlicherweise auch den Schwung des einstigen Tausendfüßlers aufzugreifen sucht, jedoch an dieser Stelle nur einen schroffen Klotz vor dem wunderbaren Hofgarten darstellt.

Tausendfüßler

Foto: ©Dirk Jürgensen – Düsseldorf

Die Besucherzahlen am Köbogen mögen meine Kritik als Irrtum darstellen. Doch dort, wo man seinen begeisterten Gästen einst wenige Sekunden erhabenen Gefühls und Übersicht vom Auto aus präsentieren konnte und nun durch verschiedene Tunnelröhren geschickt wird, dort, wo man zu Fuß oder mit dem Rad bequem an einem Saxophonisten vorbei durch die Jägerhofpassage von einem Teil des Hofgartens in den anderen gelangte, wird man demnächst Straßenbahnschienen überqueren müssen. Dabei behauptete man die Hofgartenteile zusammenführen und einen Angstraum beseitigen zu wollen, den allein als Scheinargument existierte.

Tausendfüßler

Foto: ©Dirk Jürgensen – Düsseldorf

Für die von mir so ungeliebte Entwicklung der Stadt Düsseldorf sind die beiden Oberbürgermeister Erwin und dessen Nachfolger Elbers verantwortlich. Beide OB konnten und können nicht anders, denn beide hatten und haben keinen Sinn für das, was urbanes Lebensgefühl, was Stadtteilkultur, was Lebensqualität jenseits der Luxushotels und Glasfassaden und Kultur jenseits der Massenevents bedeutet. Sie bedienten und bedienen die Reichen und Schönen, die nach der Vergoldung ihres Zeitalters lechzen und den bloßen Schein für ein erstrebenswertes Sein halten. Wird ihnen Düsseldorf einmal langweilig, findet man sie schnell woanders. Wurzeln sind ihnen zu schmutzig.

Bei der Kommunalwahl am 25.05.2014 werden wir in Düsseldorf zwar nicht mehr die Chance zur Rettung aller Kinder haben, die in den tiefen städtischen Brunnen gefallen sind, aber ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass „meine“ Stadt am Rhein sich wieder ein bisschen mehr nach mir und meinen Vorstellung einer lebens- und liebenswerten Stadt richtet. Ist das zu egoistisch gedacht?




Düsseldorf, reiche Stadt

von Dirk Jürgensen ...

Düsseldorf, reiche Stadt  - Foto: © Dirk JürgensenDüsseldorf. Reich und schön.

Die Stadt der Reichen und der Schönen, kulturell etwas behäbig, wenig mutig, oft spießig, erkennt nur Teures als gut, dafür ein beliebtes Shoppingrevier. Düsseldorf ist schuldenfrei, behaupten die, die sich damit rühmen wollen, weil sie die Stadt verwalten. Dabei kennen diese Verwalter „ihre“ Stadt gar nicht, leben in und vielleicht auch von den Klischees, die man sich über sie erzählt. Sie glauben metropolenhaft zu stolzieren und stolpern ungeschickt provinziell. Von der kleinen, weichen Anforderung, ihre Stadt zu lieben, ist in allem nichts zu hören, zu sehen, zu spüren, wenn man sie liebt, die Stadt. Glasfassaden, Autotunnel, Luxushotels und edle Wohnquartiere taugen nicht für einen Liebesbeweis. Die Chance wird stets aus Mangel an Phantasie vertan. Den Reichen und den Schönen ist es egal. Wird es zu langweilig, wandert der Hype weiter, sind auch sie ganz schnell woanders. Düsseldorf? Ach ja, meine Düsseldorfer Zeit. Vergessen.

Die Sonne scheint auch in Düsseldorf und dieser Winter ist nicht besonders kalt. In Düsseldorf. Zum Glück.




Wen interessiert die Olympiade in Sotschi?

von Dirk Jürgensen ...

Eishockey

„Höchstens Eishockey gucke ich mir an. Aber sind die Deutschen überhaupt dabei?“
Foto: ©Dirk Jürgensen

Der mediale Hype um eine Olympiade voller Nischensportarten läuft heiß. Satte 740 Stunden wollen ARD und ZDF live aus dem subtropischen Sotschi und den etwas kühleren Bergen der weiteren Umgebung berichten. Mehr als je zuvor anlässlich von Winterspielen. Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass es sich um vergebene Liebesmüh, um rücksichtslose Verschwendung von Werbegeldern und Rundfunkgebühren handelt. Ich vermute auch, dass es eine verschwindend kleine Minderheit sein wird, die nur einen Bruchteil dieses Sendemarathons hinter sich bringen mag. Stehe ich mit meiner Ansicht allein im ewigen Herbst des Winters 2013/2014? Um zu prüfen, ob die „Putiniade“ wirklich ein mediales Desaster werden könnte oder ob der Brutalkapitalismus Russlands sein hübsches Gesicht zu zeigen imstande ist, habe ich eine kleine und daher nicht repräsentative Umfrage gestartet und dabei solche Antworten geerntet:„Nö, Sommerolympiade geht noch, aber die im Winter interessiert mich nicht.“

„Meine Frau will immer Eiskunstlaufen angucken, weil man sich so herrlich über die Schiebung bei der Punktevergabe aufregen kann. Ich habe im Keller einen Zweitfernseher.“

„Vielleicht Eisstockschießen oder Curling, wie das jetzt heißt. Das ist so komisch, wenn die mit den Besen das Eis fegen und irgendwie diesen Quatsch so wichtig nehmen.“

„Ohne Fußball ist Sport öde. Bundesliga und Zweite Liga sind wichtiger. Läuft ja zum Glück weiter.“

„Ich hoffe ja noch immer darauf, dass sich ein paar Sportlerinnen und Sportler bei der Siegerehrung die Regenbogenfahne ans Trikot heften. Aber vermutlich sind alle zu feige“

„Das sind alles Sportarten, die sonst auch kaum jemanden interessieren. Warum sollte das ausgerechnet zur Olympiade anders sein?“

„Nein, die Zeiten von ‚Wo ist Behle‘ und ‚Sie standen an den Hängen und Pisten/pissten‘ sind längst passé.“

„Höchstens Eishockey gucke ich mir an. Aber sind die Deutschen überhaupt dabei?“

Das klingt recht eindeutig. Auch ich würde mich freuen, wenn „unsere“ Athletinnen und Sportler ihre Solidarität mit ihren schwulen und lesbischen Kolleginnen und Kollegen bekundeten. Es wäre kaum vorstellbar, dass Putin sie nach dem Wettkampf verhaften ließe. Andere haben nicht diese Möglichkeiten der gefahrlosen Meinungsäußerung. Der folgende Ärger mit dem eigenen Verband dürfte zu ertragen sein.

Die Diskussion sollte nun eröffnet sein.




Wuschsch und Klönggg sind keine Kunstgriffe!

von Dirk Jürgensen ...

Eine offene Schelte an CSI und CIS

Liebe Produzenten von Krimiserien, liebe Kriminal-Redakteure der Fernsehsender,

Wuschsch und Klönggg

Ich bin, sollte das Drehbuch tatsächlich einer einigermaßen sinnvoll konstruierten Geschichte folgen, nicht zu blöd, einen Szenenwechsel als solchen mitzubekommen. Dieser muss nicht durch ein den Schnitt begleitendes Geräusch erklärt werden. – Text und Foto: © Dirk Jürgensen

mir gehen all Eure CSI/CIS-Originale und -Derivate gehörig auf die Nerven. Länger als nur wenige Minuten kann ich ihnen nicht beiwohnen. Diese ach so modernen amerikanischen Filme erzeugen genervte Langeweile. Doch ihre Machart sowie die unweigerliche Werbeunterbrechung, die der Erholung dienen soll, nein, der Bestätigung, dass ein Um- oder Ausschalten die beste Wahl ist, sollte eingehend betrachtet werden.

Sollten Ihr mich fragen, warum ich so ungehalten reagiere, liste ich gerne einige meiner Hauptärgernisse auf:

1. Meine in Würde gealterten Augen sind noch immer in der Lage, einen Kameraschwenk als solchen zu registrieren. Dessen akustische Untermalung mit einem „Wuschsch“, so, als würde die Bewegung des Aufnahmegeräts eine extreme Luftverwirbelung mit einem entsprechenden Geräusch erzeugen, ist nicht nur als überflüssig anzusehen, sondern lenkt mich mit der Frage über dessen Ursprung und Sinn vom vorgeführten Kriminalfall ab.

2. bin ich, sollte das Drehbuch tatsächlich einer einigermaßen sinnvoll konstruierten Geschichte folgen, nicht zu blöd, einen Szenenwechsel als solchen mitzubekommen. Dieser muss nicht durch ein den Schnitt begleitendes Geräusch erklärt werden. Ich meine jenes Geräusch, das mir seit einiger Zeit auch aus der Autowerbung (Audi oder BMW, Vorsprung durch Technik bei Freude am Fahren – ich weiß es nicht mehr und es ist mir egal) bekannt ist. Wem ist es nicht bekannt? Es klingt, als würde der Heizungsmonteur im Keller gegen die Rohre schlagen, um dem Hausmeister auf der Etage das Ende seiner Frühstückspause zu dokumentieren. Ein nachhallendes „Klönggg“ – schon wechselt der Blick vom Präsidium zum Tatort, oder es wird ein neues Datum eingeblendet. Geht das nicht auch ohne, oder will man die längst eingeschlafenen Zuschauer pünktlich vor der nächsten Werbung geweckt wissen?

3. verstehe ich überhaupt nicht, warum und auch wann die Serienkommissariate trotz international verbreiteter Haushaltsschwäche der Kommunen mit transparenten Flipcharts ausgerüstet wurden. Ich akzeptiere den eventuellen Einwand der Filmemacher, die Realität sei viel zu langweilig und trist und müsse aufgepeppt werden, doch es geht sicher mit etwas mehr Glaubwürdigkeit. Zugegeben, einen Vorteil haben die Dinger: Die Kamera kann von der Rückseite hindurchschauen und somit ungemein spannende Blickwinkel auf die attraktive, möglichst aus allen ethnologischen Gruppierungen des Handlungslandes bestehende Polizistencrew bieten. Einen anderen, der Arbeit dieser Ermittler dienenden und daher sinnvollen Grund, können Anschaffungen solcher sicher nicht billigen Tafeln nicht haben.

4. Ebenso halte ich es, da die hier kritisierten Sendungen nicht der Science Fiction zugeordnet werden können, für einen übertriebenen Modernismus und aufgrund ihrer fehlenden ergonomischen Vorzüge für bloße Effekthascherei, wenn die eben erwähnten gläsernen Flipcharts auch noch mit transparenten Touch-Screens ausgestattet werden, auf denen Fotos von Verdächtigen, Opfern und sonstigen Fundstücken unter fadenscheinigen Begründungen in Beziehung gesetzt und entsprechend verschoben werden.

5. nerven mich ständige Rückblenden und Erinnerungsfetzen oder schlimmstenfalls gar Visionen der Täter oder Ermittler. Diese werden ebenfalls mit dem unter Punkt 1 angeführten „Wuschsch“ und zusätzlich mit einer veränderten Bildauflösung oder Farbpalette dokumentiert. Was vielleicht in den Anfangsjahren des elektronischen Effekts noch als Kunstgriff galt, ist heute nur noch eine Notlösung und ein Beweis von Phantasielosigkeit. Ist der Regisseur also ratlos und weiß nicht, wie man eine Geschichte durch Handlung, durch Agieren der Schauspieler, durch geschickte Dialoge innerhalb einer viel zu kurzen Folge entwickeln, darstellen oder fortführen soll, „Wuschsch“ blendet man ein paar Bildfetzen ein. Ziemlich billig.

6. können Computer in Krimis ganz einfach zu viel. So, wie Fotos beim Heranzoomen immer schärfer und nicht immer verpixelter werden, recherchieren und kombinieren sie selbständig und ohne jede Datenschutzüberprüfung in allen Datenbanken überall, sodass die um sie herum versammelten Cops eigentlich arbeitslos sein müssten. Sicher, schon Sherlock Holmes ließ die Leser seiner Fälle aufgrund vollkommen unerwarteter Kombinationen mitsamt vorher nicht bekannter Einzelheiten über seine Intelligenz staunen, aber muss man das auch noch in einer heutigen Krimiserie dulden?

7. Wie die Computer zu intelligent sind, sind auch die Labore der Gerichtsmediziner viel zu sehr einem Raumschiff des 23. Jahrhunderts zuzuordnen. Wer die Gelegenheit erhält, ein real existierendes Polizeipräsidium oder Universitätsinstitut zu besuchen, kommt völlig entgegengesetzt ins Staunen.

8. sind Pathologen oder gerne auch Coroner stets verschrobene, schrullige Typen. Und wenn nicht, dann müssen sie diesem mühsam aufgebauten Klischee als außerordentlich attraktive Frau oder als Pippi Langstrumpf in Schwarz diametral entgegenstehen. Sie prüfen in höllischer Geschwindigkeit alles und viel mehr als man von ihnen erwarten kann.

9. scheint das Budget für ihre Arbeit grenzenlos und nicht durch die teuren Flipcharts der ermittelnden Kollegen beeinträchtigt.

10. besitzt jede oder jeder Einzelne von ihnen mindestens ausgereifte Kenntnisse in Gentechnik, Chemie, Physik, Statistik und Informatik, weiß alle internationalen Fälle aus der Vergangenheit auswendig, findet immer irgendwelche Nebensächlichkeiten, die niemand bisher untersuchte. Zudem werfen Pathologen eher verschleiernd denn erklärend mit Fachbegriffen um sich, deren Bedeutung ich gerne nachschlagen würde, doch macht das nächste „Wuschsch“ oder „Klönggg“ dem Ansinnen ein Ende und auch den Polizisten fehlt offenbar die Zeit dazu. Vermutlich nicht ohne Grund, denn hier verhalten sich moderne Krimis endlich einmal wie das wahre Leben, in dem manch Fremdwort nur ein flehender Schrei nach etwas Bewunderung ist. Und bewundern sollen wir sie doch, die Protagonisten. Ich gehe im Übrigen davon aus, dass die meisten im Film verwendeten fremdartigen Begriffe einer Überprüfung nicht standhalten könnten. Doch welchen Sinn hätten sie noch außer des Eindruckschindens? Meiner Vermutung nach soll der übertriebene Gebrauch von Fachtermini, vergleichbar mit der sinnfreien Verwendung stereotyper Bild- und Toneffekte, Mängel in der Geschichte ausbügeln. Kein Zuschauer wird nachfragen und wenn Nichterklärtes den nur rudimentär existierenden Handlungsstrang verkürzen hilft, bleibt mehr Zeit für die Werbung. „Wuschsch“ – nein, „Klönggg“.

Es mag sein, liebe Produzenten und TV-Krimi-Redakteure, dass die Mehrheit der Konsumenten meinen Unmut keinesfalls teilt oder gar der Meinung ist, Spannung sei einzig und allein mit Effekten zu erzielen. Sie würden mir mit diesem Argument den Erfolg Ihrer Sendungen erklären, wenn auch nicht rechtfertigen. Hitchcock unterschied einst Surprise (Überraschung – ein unerwartetes Ereignis) vom Suspense (Spannung – die Erwartung eines Ereignisses ohne sein Eintreffen), doch sogar die Wirkung der Überraschung geht im ach so modernen Effektgewitter unter. Dabei, da möge mir Hitchcock verzeihen, wäre selbst eine später nachvollziehbare Überraschung als positive Filmerfahrung zu bezeichnen.

Vielleicht aber schaut und hört einfach niemand mehr hin, vielleicht mag in einer Welt, in der so viel geschieht, niemand mehr mit seinen Gedanken einer Geschichte folgen? Das könnte Ihnen, liebe Verantwortliche, durchaus eine Sinnkrise bescheren, denn wozu machen Sie die Filme dann noch? Zur Unterbrechung der Dauerwerbung? Ich weise in diesem Fall mit klammheimlicher Freude jede Verantwortung von mir und betrachte die Sache als erledigt, … bis mir irgendwann einmal eine vertrauenswürdige Person erzählt, sie habe eine völlig neue Krimiserie origineller Machart entdeckt, die ich mir unbedingt einmal anschauen sollte. Bis dahin könnte das Warten vermutlich spannender als jeder Ihrer Krimis sein.

Am 31.10.2011 auf Einseitig.info fast genau so erschienen und noch immer aktuell.

 




Es gibt ihn noch, den Winter.

von Dirk Jürgensen ...

Winter in Greetsiel

Tatsächlich, es gibt ihn noch, den Winter. Heute haben wir ihn in Ostfriesland gesehen. Und diese uns Rheinländern inzwischen unbekannt gewordene Jahreszeit ist sogar hübsch anzusehen.
Jetzt sind wir wieder zurück im ewigen Herbst. Oder Frühling? 14 Grad Temperaturunterschied zwischen Greetsiel und Düsseldorf sind jedenfalls eine ganze Menge.
Foto: © Dirk Jürgensen




Der ADAC und seine Kernkompetenzen

von Dirk Jürgensen ...

Mein Lieblingsauto ist nicht das gekaufte

Hanomag Komissbrot
Hanomag 2/10 PS „Komissbrot“ – Foto: Ralf Roletschek

Der ADAC sollte als überbewertet gelten, wenn wir die Frage beantworten, warum er so viele Mitglieder hat und warum diese Menschen überhaupt Mitglieder in diesem als Verein getarnten Konzern sind. Sie wollen vom zugegebenermaßen gut organisierten Pannenschutz profitieren und sich ab und an ein paar Rabatte einheimsen. Als Verein im eigentlichen Sinne nimmt doch niemand dieses Unternehmen wahr und will es vielleicht auch gar nicht, wenn die eine Dienstleistung im Fokus steht. Der ADAC könnte also eine Menge Geld seiner Mitglieder sparen und die Beiträge senken, wenn man sich auf die Kernkompetenzen konzentrierte.Ich könnte beispielsweise gut auf die monatlich per Post zugestellte Fachzeitschrift für Treppenaufzüge verzichten. Die Anzahl der in der Motorwelt zu findenden Aufstiegshilfen sagt viel über die von den Anzeigenkunden vermuteten Leserschaft dieser Zeitung: Es sind die alten Mitglieder, die noch brav ihre Beiträge zahlen, aber längst kein Auto mehr fahren und somit keinen Pannenschutz mehr in Anspruch nehmen. Sicher sind auch eine Menge zahlender Witwen ohne Führerschein dabei, die die Abbuchungen von des seligen Opas Konto gar nicht bemerken.

Der ADAC testet Autos und veröffentlicht diese Tests in seiner Mitgliederzeitung. Wenn das absolut unabhängig geschieht, ist das für zukünftige Kaufentscheidungen wichtig und gut – eine Art Stiftung Warentest für Automobile. Doch das funktioniert nur, wenn sich die Autohersteller vor dem nächsten Test fürchten. Ob das so ist, mag ich zumindest bezüglich der deutschen Hersteller bezweifeln.

Der ADAC stellt sich als Interessenvertreter, also als Lobbyverband der Autofahrer dar. Autofahrer sind meist auch Fußgänger und Radfahrer, manchmal auch Rollstuhlfahrer. Die Fixierung auf nur eine Verkehrsteilnehmerschaft ist also zweifelhaft und irgendwie nicht mehr zeitgemäß. Auch aufgrund dieser einseitigen Ausrichtung steht zu befürchten, dass der ADAC in Wirklichkeit ein Lobbyverband der Autoindustrie ist, die mit diesem Verein einen weiteren branchenspezifischen Fuß in die Türen unserer Politiker schiebt. Das wäre eine recht perfide Methode, mit dem Pfund des Vertrauens der Mitglieder der Industrie zu dienen. Etwas plump kommt in diesem Zusammenhang die Verleihung des Gelben Engels zur Persönlichkeit des Jahres daher, bei der in der Regel ausgerechnet Vertreter jener Konzerne ausgezeichnet werden, die die Entwicklung sparsamer Fahrzeugmotoren mit Erfolg immer wieder bremsten.

Ich vermute, der derzeitige Skandal um die Wahl des Lieblingsauto der Deutschen offenbart nur die Spitze eines Eisbergs von Verstrickungen und einem im Grunde wenig mit einem Verein in Verbindung zu bringendem Geschäftssinn. Die Wahl, mit Verlaub, hätte man auch lassen können, wenn man dann doch nur das auf dem Markt erfolgreichste Auto küren wollte. Ein Blick in die jährlichen Zulassungszahlen hätte genügt, um diesen missverstandenen Begriff des Lieblingsautos im Sinne geschickter Vermarktung zu untermauern.

Ein Lieblingsauto, das ist man vielleicht in der Studentenzeit gefahren, hieß R4 oder 2CV oder es ist eines, das man sich niemals im Leben leisten kann. Praktische Erwägungen, die dann mit aller Ernüchterung zum Kauf führen, haben wenig mit einem Lieblingsfahrzeug gemein. Früher, da entstammte mein Lieblingsauto übrigens einem Traumautoquartett. Es war zwischen all den Luxusgefährten schwach motorisiert, im Grunde eher hässlich und konnte höchstens mit seinem Baujahr punkten. Es war ein Hanomag 2/10 PS und hörte auf den Namen „Komissbrot“. Würde man mich heute fragen, wäre ein Landrover Defender mein Favorit. Ein Auto, das noch als solches zu erkennen ist, doch leider demnächst verschwinden wird, weil das Management seines Herstellers Stil nicht mit moderner Motorentechnik kombinieren mag. Ob ich ihn jemals besitzen werde?

Ach, ADAC, kümmere Dich mit Deinen Gelben Engeln darum, dass Deinen Mitgliedern bei einer Panne geholfen wird, verschwende nicht deren Geld bei Autorennen und teste Fahrzeuge ohne Rücksicht auf eventuelle Persönlichkeiten des Jahres. Reisen kann man auch woanders buchen und Preisverleihungen sind auch nur teure Image-Veranstaltungen, die den Mitgliedern nicht dienen. Sei ein gemeinnütziger Verein, überlege, warum man Mitglied geworden ist – oder sei ehrlich und trenne Dich vom Vereinsstatus. Hinterher darfst Du auch Geschäfte machen.




Sie möchten also Deutscher werden – Anlässlich der Wahl Volker Bouffiers zum Ministerpräsidenten Hessens

von Dirk Jürgensen ...

Nicht Max Mustermann, sondern Volker Bouffier wurde heute zum Ministerpräsidenten Hessens gewählt. Das ist für Letzteren also nochmal gut gegangen. Manche außerhalb Hessens mögen sich noch an ihn erinnern, denn er war einst Innenminister dieses Landes und machte mit der Einführung eines Einbürgerungstests Schlagzeilen, der mich 2006 zu einer kleinen Satire verleitete, an die ich mich und Sie anlässlich der heutigen Wahl gerne erinnere:

Sie möchten also Deutscher werden

So als Staatsbürger, da wär‘ die Rente gesichert.

Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich

Artikel 3 des Grundgesetzes: Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich

Ort der Handlung ist ein Bürgerbüro in Bottrop im Jahre 2007.

Volker Bouffier, Hessischer Minister des Inneren und für Sport, freut sich, dass sich das Bundesland Nordrhein-Westfalen endlich zur Übernahme des von ihm initiierten Wissens- und Wertetests für Einbürgerungswillige entschlossen hat. Er möchte den Bürgern des Landes und seinen Beamten die Durchführbarkeit des Verfahrens nahebringen und hat sich dazu bereiterklärt, für einen Tag die Befragung der Neubürger in spe zu übernehmen. Aus Zeitgründen wird er sich auf eine Auswahl der einhundert Fragen beschränken. Er wird einige Passagen aus dem offiziellen 100 Fragen zitieren.

Die Tür der Amtsstube öffnet sich und ein älterer Herr, offensichtlich Rentner, tritt ein.

Bouffier: (schaut auf seinen Zettel mit den Namen der Angemeldeten) Guten Tag, Herr Koslowski. Nehmen Sie doch bitte Platz.

Koslowski: Tach auch, Herr Boffler.

Bouffier: Buh-fjeeh

Kowalski: Sach ich doch.
Bouffier: So, Sie möchten also Deutscher werden. (räuspert sich) Ausdrücklich versichere ich Ihnen, dass ich mich über Ihre Entscheidung freue. (B. nimmt eine förmliche Haltung an und streckt Koslowski kurz die Hand entgegen.)

Koslowski: Nee, ich wollt aigentlich …

Bouffier: Ehm, wie auch immer. (Zieht die Hand wieder zurück.) Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen – ääh Nordrhein-Westfalen – heißen jeden herzlich willkommen, der sich zu ihren Prinzipien und Werten bekennt. Um das sicherzustellen machen wir ihnen den Leitfaden …

Koslowski: Meinen Perso …

Bouffier: Später, Herr Koslowski. Sie haben sicher den vorliegenden „Leitfaden Wissen und Werte in Deutschland und Europa“ gelesen. Als Bewerber für die deutsche Staatsbürgerschaft leben Sie …

Koslowski: Ich leb schon immer in Bottrop. Main Oppa, der is sainerzait aus Kattowitz …

Bouffier: … ääh, bereits in Deutschland, und Sie …

Koslowski: … mit nix als sein Mottek. Konnte nichma Deutsch. Nur sein Mottek – un ab innen Pütt.

Bouffier: Ja, sicher eine schwere Zeit. Ääh, wo war ich? Ach so. Sie leben schon im schönen Bottrop und stellen sich vielleicht die Frage: Warum jetzt ein Test?

Koslowski: Ich denk da raicht son Aufkleber und dann isser wieder …

Bouffier: Fassen wir uns kurz. Wir wollen kein Nebeneinander, sondern ein Miteinander; dies soll geprägt sein von Staatsbürgern, die zwar unterschiedlicher Herkunft sein mögen, aber gemeinsam für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehen und sie notfalls auch verteidigen. Wir erwarten deshalb, dass Sie sich mit den politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Grundlagen und Überzeugungen unseres Staates intensiv auseinandersetzen, sie erlernen, und sie eindeutig bejahen. Ich stelle Ihnen einige Fragen …

Koslowski: Wenn´ze mainz. Nur, mach hinne, ker. Ich muss noch nach Aldi.

Bouffier: Gut, fangen wir an. Nennen Sie drei deutsche Mittelgebirge!

Koslowski: Jau! Watt nehm wa da? Datt Sauerland, datt Siebengebirge und die Halde Haniel hier in Bottrop, 126 Meta hoch.

Bouffier: Naja, aller Anfang ist schwer. Die nächste Frage: Nennen Sie drei Gründe, warum Sie deutscher Staatsbürger werden wollen!

Koslowski: Also Staatsbürger. So richtig mit allet?

Bouffier: Ähm, ja natürlich. Sowieso.

Koslowski: So als Staatsbürger, da wär` die Rente gesichert. Nix mehr mit Maloche. Eintrach ins Goldene Buch un so. Alles vom Staat gestellt und keine Steuern abdrücken. Datt wärs.

Bouffier: Eigenartige Sichtweise. Ich schreibe es mal auf. Kommen wir zum historischen Wissen. Welche Versammlung tagte im Jahr 1848 in der Frankfurter Paulskirche?

Koslowski: War datt die Gründung vom DFB? Die tagen doch immer in Frankfurt.

Bouffier: Schon, aber nein. Eher weniger. Gehen wir weiter weiter. Erläutern Sie den Begriff „Holocaust“!

Koslowski: Näh. Mit so modernes Zeugs kenn ich mich nich aus. Mit Computer un so müssen Se mein Sohn fragen.

Bouffier: (vollkommen entsetzt) Es geht um die Vernichtungsmaschinerie der Nazis!

Koslowski: Warum sagen Se datt denn nich? Ne, da will ich nix mit zu tun haben. Die Koslowskis waren immer sauber. Die Omma hat sogar nen Juden in ihr Kohlenkeller versteckt. Die Nazis, das wa’n Verbrecher. Aber (zögert ganz kurz) für Arbeit haben die gesorcht. Für Autobahnen. Da musste keiner auffer Straße rumlungern.

Bouffier: Genug! Genug davon. Können Sie mir denn sagen, was am 8. Mai 1945 geschah?

Koslowski: Da kam mein Vatta auße Gefangenschaft nach Hause. So ungefähr jedenfalls. Kann auch zwei/drei Jahre später gewesen sein. Ich war ja ers vier.

Bouffier: Gut, das ist ja auch schon lange her. (lächelt unsicher) Kommen wir zu den Grundrechten, denn die Bürgerinnen und Bürger sollen diese Verfassung, die sie tragenden Grundsätze und damit auch diesen Staat innerlich bejahen und sich ihnen verpflichtet fühlen. Also, von wem geht in der Bundesrepublik Deutschland alle Staatsgewalt aus? Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Bürgerinnen und Bürger?

Koslowski: Vonner Polizei. Vorteile? Hörn se mal. Die sind doch nie da, wenn man se braucht. Neulich, da …

Bouffier: Ich glaube, die Frage war etwas anders gemeint. Versuchen wir es einmal mit dem Thema der Gleichheit: Einer Frau soll es nicht erlaubt sein, sich ohne Begleitung eines nahen männlichen Verwandten allein in der Öffentlichkeit aufzuhalten oder auf Reisen gehen zu dürfen: Wie ist Ihre Meinung dazu?

Koslowski: Sehnse? Das wollt ich Ihnen doch eben verklickern. Sonne Frau kann sich doch gar nich mehr allein auffe Straße wagen. Bei die ganzen Paselacken überall. Nix zu sehn vonne Polizei. Die Frau Dombrowski von nebenan, die ruft immer einen Ziwi wennse mal abends vor die Tür will. Un wenn der nich kann, fracht se mich. Nen männlichen Verwandten hat die ja nie gehabt. Nen Vatter vielleicht. Aber der is im Kriech gebliem …

Bouffier: (wird ungehalten) Halt, halt! Sie scheinen gar nicht zu reflektieren, um was es hier geht. Sie gefährden Ihre Einbürgerung. (versucht die Fassung zurück zu gewinnen) Wenigstens mit der Religions- und Meinungsfreiheit werden Sie mir doch etwas sagen können. – In Filmen, Theaterstücken und Büchern werden manchmal die religiösen Gefühle von Menschen der unterschiedlichen Glaubensrichtungen verletzt. Welche Mittel darf der Einzelne Ihrer Meinung nach anwenden, um sich gegen so etwas zu wehren, und welche nicht?

Koslowski: Dat is sonne Sache mitte Rellijon. Da hab ich mit den Ewald mal richtig Zores gekricht. Der is ja für Dortmund un ich für Schalke. Schon immer. Der Ewald is ja der Kassenwart von mein Taubenzüchterverein. Richtigen Erbsenzähler. Alles klärchen bis dahin. Muss man trennen. Aber wennz um Fußball geht, geht die Freundschaft koppheister. Da is Halligalli. Ers wenna eine auf die Zwölf kricht is Ruhe im Stall.

Bouffier: (will eigentlich aufgeben, hat aber noch ein paar Wissensgebiete abzufragen) Für die Abgeordneten in den Parlamenten gilt der „Grundsatz des freien Mandats“. Was heißt das?

Koslowski: Da muss ich ma raten. Hm. Die könn über ihre Penunsen frei bestimmen?

Bouffier: (versucht es mit Humor zu nehmen) Fast. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Rechtsstaat. Was bedeutet Rechtsstaat?

Koslowski: Datt die Regierung meistens vonner CDU is. Woll?

Bouffier: (erhöht die Schlagzahl) Wie heißt die politische Vereinigung der europäischen Staaten?

Koslowski: EWG, datt kenn ich. Hat den Kulenkampff immer Reklame für jemacht.

Bouffier: Nennen Sie drei deutsche Philosophen!

Koslowski: Kann ich mal telefoniern? Ich ruf den Ewald mal an. Der is nämlich nich nur im Taubenzüchterverein, er kennt sich auch damit aus. Der hat sammelt die Dinger schon seit er so´n Stöppken is. (zeigt einen ungefähr drei Zentimeter messenden Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger)

Bouffier: Sammelt? Philosopische Literatur?

Koslowski: Ja, Bücher hatter auch. So Kataloge, wo drinsteht watt die wert sind, wenner se mal verticken sollte. Und Albümer.

Bouffier: Alben?

Koslowski: Sach ich doch. Sonst fliegen die Maaken doch nur inne Laube rum.

Bouffier: Briefmarken. Ach so. (hat die Frage vergessen und sucht mit dem Finger auf dem Papier krampfhaft die nächste – ein Lächeln streift sein Gesicht) Jetzt habe ich aber eine Frage, die sie bestimmt beantworten können.

Koslowski: Wieso, stimmt was nich?

Bouffier: Schon gut. Hier ist sie. In den deutschen Kinos startete 2004 der Film „Das Wunder von Bern“. Auf welches sportliche Ereignis nimmt der Film Bezug?

Koslowski: Jau, der Boss. Helmut Rahn. Der hat ja nich auf Schalke gespielt. Bei Rot-Weiß-Essen. Meister 1955. Aber datt Wunder von Bern war 1954 … Jau, da warn wir wieder wer. Also Deutschland. Als Macht. Hat ja auch lange gefehlt, so was … Gilt ja heute wieder, obwohl se ´58 direkt wieder abgekackt haben. Will sich aber keiner dran erinnern.

Bouffier: Das war ja wenigstens mal ein Treffer. (atmet durch) Dann möchte ich mit der folgenden Frage abschließen: Wie heißt die deutsche Nationalhymne und mit welchen Worten beginnt sie?

Koslowski: Äh, das Deutschlandlied?

Bouffier: Das Lied der Deutschen – aber gut … und mit welchen Worten beginnt sie?

Koslowski: (beginnt zu singen) Deutschland, Deutschland üüüüüber ahaless …

Bouffier: Nein, nein, nein – doch nicht die erste Strophe!

Koslowski: (überlegt kurz und beginnt mit kräftiger Stimme erneut zu singen) Deutsche Frauen, deutsche Treuheue, deuheutscher Wein …

Bouffier: Schluss! Ende! Nein! So werden Sie nie eingebürgert. Das ist ja unerträglich. Gerade mal die Frage nach der Fußball-Weltmeisterschaft von 1954 konnten Sie einigermaßen beantworten. (Will sich beruhigen.) Zur Einbürgerung sollten eigentlich mindestens 50 Prozent richtig sein. Wie kommen Sie nur dazu, Deutscher werden zu wollen?

Koslowski: Aber ich bin doch schon lange … und wollte doch nur meinen Perso verlängern. Ker, watt is datt bloß frickelich geworden. Mannomann. Schaiß Bürrokratie!

Bouffier: (lässt Koslowski einfach sitzen und verlässt angesichts dieser für ihn unerträglichen Parallelgesellschaft fluchtartig das ihm fremde Bundesland Nordrhein Westfalen)

Koslowski: (schüttelt auf dem Nachhauseweg ständig den Kopf und denkt) Buff-jeh – watt fürn komischen Namen. Aus welche Wallachei is der bloß wech?

Noch im Laufe des gleichen Jahres 2007 sollen die einhundert Fragen des Hessischen Kataloges um fünf weitere Fragen erweitert werden, die speziell an Übersiedlungswillige aus Nordrhein Westfalen gerichtet werden sollen.

© Dirk Jürgensen – Veröffentlichungen des Textes und der Bilder, auch in Auszügen, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.




Stiefmütterchen mag kein Abfall sein

 von Dirk Jürgensen ...

Stiefmütterchen will kein Abfall sein

Im Herbst warf wohl ein Blumenbauer in Düsseldorf-Volmerswerth die nicht mehr zu verkaufenden Stiefmütterchen auf einen Haufen ans Rheinufer. Der Winter würde ihnen wohl den Rest geben, sie zu Kompost werden, mit dem Hochwasser gen Holland treiben lassen. Denkste. Es kämpft gegen die Regeln des Marktes an und blüht! Auf dass der nächste Spaziergänger eine Plastiktüte dabei hat! Ich hatt nur eine Kamera.




Boomtown Düsseldorf

von Dirk Jürgensen ...

Boomtown Düsseldorf

Boomtown Düsseldorf – © Dirk Jürgensen

Als ich dieses Ensemble heute in Düsseldorf-Unterbilk fotografierte, erinnerte ich mich an den großartigen Film „Mon Oncle“ von Jaques Tati. In einer Boomtown wie Düsseldorf wird es immer Opfer aufgrund von Verdrängung geben. Ob Identität verloren geht und dabei neue geschaffen wird, kann erst in der Zukunft bewertet werden.




Schleimünde im Winter

von Dirk Jürgensen ...

Schleimünde

Schleimünde im Winter – © Dirk Jürgensen




Pofalla beendet seine Moralinerzeugung

von Dirk Jürgensen ...

Gelebter Lobbyismus in einem nur beispielhaften Skandal

Bahn-AG

Wenn Pofalla dafür sorgt, dass die Zugausfälle und Verspätungen bei der Bahn beendet werden, wenn er dann auch noch die regelmäßigen Preiserhöhungen und das Streichen von Verbindungen als beendet erklärt, könnte ihm sogar der Dank seiner ehemaligen Wähler winken.

Für das Geld, das die Bahn AG ihrem neuen Chef-Lobbyisten zahlen will, könnte sie einen ganzen Haufen von Lokführern und Schaffnern einstellen, um einen großen Teil der Verspätungen und Zugausfälle zu verhindern. Diese verärgern immer mehr die notgedrungen treuen Bahnkunden und bieten neben den zu hohen Preisen anderen Reisenden und Berufspendlern stets ein Argument, weiterhin das Auto zu nutzen. Aber wer denkt denn, dass ein solcher Dienst an den Kunden zum Unternehmensziel der Bahn gehört? Viel wichtiger ist es diesem Unternehmen hingegen, irgendwelche von der Politik gewährten Vergünstigungen zu erhalten, die letzthin doch wieder nur der Gewinnsteigerung, der Fahrplanausdünnung und Einsparung von Arbeitskräften dienen.

Ich bin zwar der Meinung und somit zwangsläufig auch dafür, dass ein Unternehmen, das der Versorgung der Bevölkerung mit günstigen und umweltfreundlichen Verbindungen in einem dichten Netz, immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird, aber diese im wahrsten Sinne der Worte öffentliche Dienstleistung darf man nicht über Gefälligkeitsposten teurer als nötig gestalten.

Wir – und da kann ich wohl für die Mehrheit der Leserschaft schreiben – haben über Ronald Pofalla, vielmehr über seine seltsame Artikulationsweise und sein Auftreten allerspätestens seit seiner Beendigung der NSA-Abhöraffäre eher gelächelt oder sogar lauthals gelacht, als dass wir ihn für einen fähigen Manager gehalten hätten. Auch sein emotionaler Verbal-Ausfall gegen den Kollegen Bosbach wirkte überraschend und irgendwie nicht typgerecht. Man kennt die Leute eben nur aus dem Fernsehen und seine Wähler im niederrheinischen Kleve, wie wohl auch die Kanzlerin hatten da ein anderes Bild von ihm. So kann über seine Fähigkeiten, die er als Leiter des Bundeskanzleramts beweisen durfte, ohne Befragung seiner Mitarbeiter nur spekuliert werden. Auch wird immer offen bleiben, wie Herr Pofalla aus einem Bewerbungsgespräch heraus ginge, wenn er denn aufgrund von Arbeitslosigkeit nach einer engagierten Politikerkarriere überhaupt zu einem solchen eingeladen würde. Denn Politiker würden sich, wenn sie denn nur ihrem Gewissen folgten und stets ihren kritischen Geist bewiesen, nicht immer und überall – und schon gar nicht in den Spitzen der Wirtschaft – Freunde machen. Eine Absicherung nach Ende ihres Mandats also wichtig und eine Stütze der Demokratie und ist somit grundsätzlich nicht fragwürdig. Diese Absicherung verliert jedoch ihren Sinn und Zweck, wenn nach dem Ende eines Mandats – noch besser nach einer ausreichenden Karenzzeit – ein ein lukrativer Job den Lebensunterhalt sichert.

Der „Fall Pofalla“ ist nach zahlreichen vorangegangenen Fällen, von denen sich weder die CDU, noch SPD, Grüne und schon gar nicht die FDP freisprechen kann, ein erneuter Beweis, dass unsere Demokratie weitaus fragiler oder gar beschädigter als angenommen ist. Wie weit wir schon in einer eigentlichen Lobbykratie angekommen sind, sollte schnell, intensiv und rücksichtslos erforscht werden. Fälle von Gesetzesvorlagen und Gesetzen, die von Lobbyverbänden abgesegnet oder gar verfasst wurden, Vergünstigungen für viel zu viele Unternehmen im Zuge der notwendigen Energiewende, kommen immer wieder vor und es scheint nur wenig Motivation vorhanden zu sein, diese in Zukunft wirklich zu verhindern. Solche fliegenden Wechsel von politischen Insidern und Entscheidungsträgern in die Wirtschaft oder Verbände, wie sie auf Zeit-Online beschrieben bezeichnet werden, entwickeln sich mehr und mehr zu einem echten Problem. Da davon auszugehen ist, dass es nicht immer um die fachliche Kompetenz der wechselnden Politikerinnen und Politiker geht, ist das Prinzip der Volkssouveränität im Sinne des Art. 20 Abs. 2 Grundgesetz (GG) bedroht, was etwas banaler ausgedrückt heißt:

Als Wähler will ich mich von „meinem“ Abgeordneten vertreten wissen, weil ich ihn aufgrund seiner Überzeugung, zumindest aufgrund seiner Äußerungen in der Öffentlichkeit für einen entsprechend würdigen Vertreter halte. Und wenn sein Abstimmungsverhalten einmal nicht meiner Überzeugung entspricht, sollte er dieses wenigstens mit seinem Gewissen begründen können. Wenn ich es für erforderlich halte und er mich nicht zu einer anderen Einsicht bringt, kann ihn bei der nächsten Wahl für sein Handeln bestrafen. Juristische Personen, das sind nun einmal Lobbyverbände und Kapitalgesellschaften, haben in einer parlamentarischen Demokratie kein Stimmrecht. Sie können und dürfen über ihre Öffentlichkeitsarbeit Einfluss auf die allgemeine Meinungsbildung ausüben, wie es Parteien, die Presse, Kirchen und andere Institutionen auch tun. Mehr nicht! Die Wähler können dann entscheiden, ob sie diesen Einfluss beim Malen ihres Kreuzchens wirken lassen.

Ronald Pofalla wollte, nachdem er kein dem Kanzleramtschef im Status überragendes Ministeramt erhalten hatte, mehr Freizeit. Offenbar nur kurz und es musste schnell gehen. Denn hielt er es noch nicht einmal für nötig, seinen CDU-Kreisverband zu unterrichten, dass er dieser Freizeit nach wenigen Wochen schon überdrüssig geworden war und die Bahn-AG ihm ein Angebot unterbreitet hatte, dass er nicht ausschlagen konnte. Dort in Kleve muss man nun das Gefühl haben, vom eigenen Spitzenkandidaten hintergangen worden zu sein, wenngleich Pofalla den derzeitigen Informationen folgend sein Parlamentsmandat trotz des sicher ungemein anstrengenden Postens bei der Bahn behalten möchte. Der Job eines Bundestagsabgeordneten ist einer, der, wenn er denn ernst genommen wird, in täglichen acht Stunden nicht zu erledigen. Der eines Bahnmanagers bei einem Gehalt von mindestens 100.000 Euro sollte es auch nicht sein, sonst würde sich die Ausgabe für das Unternehmen nicht lohnen. Die einfache Frage lautet: Welche Aufgabe wird Pofalla demnächst vernachlässigen? Für weitere Mutmaßungen sind die handelnden Personen selbst verantwortlich. Eine davon könnte sein, dass die Leistungen im Sinne der Bahn-AG schon längst erbracht wurden. Die andere könnte sein, dass die Einträge in Pofallas persönlichem Telefonbuch allein schon die ganze Kohle wert sind.

Ob eine der Mutmaßungen der Realität entsprechen oder wenigstens nahe kommen, kann ich nicht einschätzen, das einst selbst produzierte Moralin wird Pofalla auf jeden Fall nicht gebremst haben.

In der Hamburger Morgenpost war am 12.12.2005 noch die folgende Aussage zu lesen: „Gerhard Schröder richtet mit seinem Einstieg in das Unternehmen erheblichen Schaden an. Noch vor Monaten hat er sich als Kanzler für das Pipeline-Projekt stark gemacht – jetzt kassiert er von denen, die von seinem Einsatz profitiert haben. Es ist ein erstaunlicher Vorgang, dass ein deutscher Bundeskanzler schon Wochen nach seinem Ausscheiden die Reputation seines früheren Amtes für eine kommerzielle Tätigkeit nutzt. Das Vertrauen darauf, dass ein früherer Kanzler weiß, was sich gehört und er auch im Nachhinein seinem Amt schuldet, hat Gerhard Schröder gründlich zerstört. Schröder geht es nicht um Gas – es geht ihm um Kohle!“ […] Bislang ist nach den Worten Pofallas die Politik davon ausgegangen, dass «wir keine Regeln für solche Fälle brauchen – einfach weil ein solches Vorgehen jenseits aller Vorstellungskraft lag. Im Fall Schröder haben wir uns offensichtlich getäuscht. Jetzt kommen wir an einer rechtlichen Regelung wohl nicht vorbei: Es ist offensichtlich eine Illusion zu glauben, dass der Appell an politischen Anstand alleine ausreicht, um solche Fälle zu verhindern», sagte Pofalla weiter. «Ich könnte mir eine Art Selbstverpflichtung von Regierungsmitgliedern vorstellen, für die Zeit nach Ausscheiden aus dem Amt sich geschäftliche Rücksicht aufzuerlegen. Auch Karenzzeiten halte ich für vorstellbar.“

Fazit: Wenn der Profit lockt, ist die eigene Nase unerreichbar weit entfernt und die Moralinerzeugung gestoppt.

Dabei hatte Pofalla schon lange vorher eigene Erfahrungen im persönlich gelebten Lobbyismus gemacht. Das ist auf Wikipedia zu finden:

Schon während seiner Studienzeit wurde Pofalla vom Unternehmer Bernhard Josef Schönmackers gefördert, der im Kreis Kleve Entsorgungs- und Umweltfirmen betrieb. Schönmackers wurde – nach eigenen Angaben – vom damaligen Gemeindedirektor Wienen „um eine Förderung bzw. Unterstützung des Studiums des Herrn Pofalla gebeten“. Pofalla wurde danach über mehrere Jahre mit 1200 bis 1300 DM monatlich unterstützt. „Sinn und Zweck unserer Zusammenarbeit war es grundsätzlich, Herrn Pofalla für sein Jurastudium eine gewisse finanzielle Basis zu geben“, allerdings auch „politische Kontakte“ zu knüpfen, sowie die Bearbeitung von Fragen des Miet- und Arbeitsrechts. Die weitere Zusammenarbeit mit Ronald Pofalla hat nach Angaben Schönmackers dann aber auch in „der politischen Unterstützung des Aufbaus und der Erweiterung unseres Betriebes“ bestanden.

Spätestens dieser Wikipedia-Eintrag dürfte Ronald Pofalla für Bahnchef Grube gezeigt haben, dass da im Kanzleramt ein Talent schlummert, das der Wirtschaft nicht vorenthalten werden darf. Grube wird schnell eingesehen haben, dass das zu bietende Monatsgehalt – nennen wir es Schmerzensgeld – etwas höher als die damalige sein muss. Schließlich sollte das Geld die temporäre Häme der sozialen Netze abfedern, die damals zur Zeit des von Pofallas Studium noch nicht existierten.

Da Ronald Pofalla mit seinem jenseits der Welt eingefleischten Lobbyismus‘ als anrüchig angesehener Wechsel gegen kein Gesetz verstößt, das er im Fall Schröder einst forderte, wird er auch diese Affäre bald für beendet erklären. Wenn er zudem wider Erwarten dafür sorgt, dass die Zugausfälle und Verspätungen bei der Bahn beendet werden, wenn er dann auch noch die regelmäßigen Preiserhöhungen und das Streichen von Verbindungen als beendet erklärt, könnte ihm sogar der Dank seiner ehemaligen Wähler winken. Aber passt ein solch romantischer Gedanke heutzutage in die in die reale Welt eines ehemaligen Kanzleramtschefs? Wohl kaum. Lieber wird er das Thema der Politikverdrossenheit ganz einfach unbeendet lassen.




Spendenaufruf – Jetzt nur noch 1 Million Euro!

von Dirk Jürgensen ...

Reichtum

Nein, einem Auto mit diesem Wesen auf der Motorhaube gilt mein Streben und auch mein Spendenaufruf nicht.

Vorab sei gesagt, dass der gleich folgende Text nunmehr fast genau zehn Jahre alt ist. Inzwischen bin ich um genau dieses Stück älter, aber leider keinen Deut wohlhabender geworden, denn auf meinen damals veröffentlichten Aufruf hat sich aus mir unerfindlichen Gründen kein Spender gemeldet. Somit würde ich, sollte ich den Text anlässlich der zum Jahreswechsel üblichen Aufrufe neu verfassen und mit aktellen Beispielen würzen, die Zielsumme um ein sattes Drittel auf 1 Million Euro reduzieren und könnte die angesprochene Entlastung des Arbeitsmarktes meinerseits dennoch realisieren. Tja, wenn das kein Angebot ist, …

Von der Verhältnismäßigkeit der Geldmittel

Mit etwas Glück befinde ich mich als Nichtraucher ungefähr in meiner Lebensmitte. Ein Abschnitt hat begonnen, in dem der Gedanke an das Später und den Ruhestand mehr Gewicht als früher erhält. Dieser Gedanke, der Blick in die Geldbörse und die anschließenden Berechnungen lehrten mich: mir fehlen 1,5 Millionen Euro, um endlich einem Jüngeren Platz zu machen und die Beschäftigung meiner letzten Jahre nach dem Lustfaktor auszurichten. Weiterlesen




Wieder ein Rückblick auf das Jahr 2013

von Dirk Jürgensen ...

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Wann war diese Bundestagswahl nochmal? Ist jedenfalls schon etwas länger her. Egal.

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So mache ich es mir im Neuen Jahr 2014 zur Aufgabe, etwas subversiver, einen Deut anarchistischer zu sein.

Das mit der neuen Regierung dauerte dann auch noch etwas. Und da sie nun dank des erwarteten Votums der SPD-Mitglieder endlich im Amt ist, wird sich im Land ohnehin nicht viel ändern. Mit einer Großen Koalition ändert sich nie viel. Weil ihr Hauptanliegen der Kompromiss ist. Eindeutige Richtungen jenseits des Mittelmaßes, gar grundlegende Überzeugungen oder Idealismus sind dem abträglich. Da hilft es auch nicht, dass Ursula von der Leyen jetzt von der Familie zur Verteidigung Deutschlands an den Hindukusch wechselte. Übrig bleibt hinterher eh die ewige Kanzlerschaft Angela Merkels und die Tatsache, dass die Wähler dem im TV-Duell der Kandidaten geäußerten Wunschbild ihres Vordenkers Stefan Raab entsprachen, und in ihrer entschiedenen Unentschiedenheit eine Große Koalition erzwangen. Nur der vermeintliche „King of Kotelett“ Peer Steinbrück mochte dem Entertainer nicht folgen und zeigte eine für einen Politiker seltene Konsequenz. Weiterlesen




Jetzt endlich einmal ausruhen

von Dirk Jürgensen ...

Weihnachten - Foto: © Dirk Jürgensen

Irgendwo stand zu lesen, dass der Einzelhandel mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft nur mäßig zufrieden sei. Liegt das vielleicht nur daran, dass die Eingänge der Geschäfte zu eng waren? – Foto: © Dirk Jürgensen




Fußballstadien ohne Identität

von Dirk Jürgensen ...

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Heimspiel

Ein Heimspiel im Rheinstadion – oder doch in der XYZ-Arena?

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