Texte von Maria Jürgensen

Marie3


© Foto: Dirk Jürgensen

„Schreiben, das ist die Verknüpfung des eigenen Lebens mit dem Leben der Anderen. Manchmal ist es wie Steinchenwerfen an einem See. Der Stein hüpft übers Wasser, schlägt Wellen, versinkt und wird Teil des Ganzen, ohne sich vollständig aufzulösen.“ Maria Jürgensen (Pseudonym: Marie van Bilk), Jahrgang 1963, studierte Germanistik, Anglistik und Niederländisch, arbeitete journalistisch und werblich, unter anderem als Buchhändlerin, als Lektorin, Redakteurin, Vertrieblerin, Texterin und Projektleiterin. Heute ist sie in der Werbung tätig.

Von 2005 bis 2013 schrieb sie für das Magazin „Einseitig.info“. Sie war Mitorganisatorin des „Joseph-Heinrich-Colbin-Preises“ und ist Mitglied des Netzwerks freier Kulturjournalisten. Viele der im Magazin und diversen Büchern veröffentlichten Texte unterschiedlicher Genres finden sich auch im „Vergoldeten Zeitalter“ wieder.

Sie erzählt in ihnen über Bücher, versunkene Ortschaften, Kunst und Verbrechen, vor allem aber über Menschen unterschiedlicher Couleur. Ihre Kurzgeschichten, Reportagen und Buchbetrachtungen beschäftigen sich oft mit Innen- und Außenansichten schräger Charaktere am Rande der sogenannten Normalität. „Normalität oder sagen wir „die Norm“ ist anstrengend und mühsam,“ sagt sie mit einem Augenzwinkern, „für manchen ist es da ein überlebenswichtiges Bedürfnis, die Welt, zumindest für sich, ein wenig aus den Angeln zu heben und ihr eine neue Richtung zu geben. Der eigene Weg macht es nicht immer angenehmer, im Gegenteil. Aber es ist eben der eigene. Und darauf kommt es an.“ Geschichten zu erzählen und die Sinne anzusprechen, das ist Maria Jürgensen auch beim Fotografieren, Zeichnen und Malen wichtig. Auch hier rückt sie den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten. „Erzählen Sie mir, was hier passiert ist,“ oder „Was denkt sie gerade?“, sind Aufforderungen, wenn jemand ihre Bilder betrachtet. „Ich will wissen, wie Menschen Menschen wahrnehmen, die ich wahrgenommen habe,“ äußert Maria Jürgensen. „Das erweitert meinen Horizont und ich blicke gern über den Rand hinaus.“

 

image_print